Evangelisch-methodistische Kirche          Rothenbergen • Büdingen • Großenhausen

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Musikakrobaten zeigen ihr Können

Gründau-Rothenbergen (mf). Besucher der evangelisch-methodistischen Friedenskirche in Rothenbergen haben sich am Sonntag auf einen musikalischen Leckerbissen der besonderen Art gefreut. Bereits zum dritten Mal gastierte dort Classic Brass, eines der besten Blechbläser-Ensembles Europas mit ihrem Konzertprogramm „Wie im Himmel“.

Von Pastorin Gillian Horton-Krüger mit warmen Worten begrüßt, freuten sich die Konzertbesucher auf ein Programm, das musikalisch einen Bogen über fünf Jahrhunderte spannte. Das 2009 gegründete Quintett setzt sich zusammen aus Jürgen Gröblehner (Trompete), Zoltán Nagy (Trompete), Gábor Dalecker (Horn), Helfried Hoyer (Posaune) und Roland Krem (Tuba). Gründer und Manager des Ensembles, Gröblehner, moderierte humorvoll und gespickt mit Anekdoten durch das anspruchsvolle Programm, das sich im ersten Teil ausschließlich dem Barock und der Romantik, im zweiten der Moderne widmete.

Gröblehner zitierte Beethoven, in dem er unterstreichte: „Musik ist eine höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“. Sein Ensemble bemühte sich, dem in den kommenden zwei Stunden gerecht zu werden. Der Musikkenner mag beim Lesen des Programms den Kopf schütteln und denken, „dafür braucht man doch ein Orchester mit allen Instrumentenvarianten“. Classic Brass bewies das Gegenteil und wie man mit entsprechenden Arrangements durchaus mit reinen Blasinstrumenten Orchesterklänge erzeugen kann.

Den Auftakt bildete ein Rondeau von Jan Joseph Mouret, gefolgt von der berühmten Suite No. 2, der „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel. In dem Stück beeindrucken besonders die strahlenden Trompetenklänge, die in der Tat ein Feuerwerk der Töne bilden. „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther folgte, bevor eine der wohl bekanntesten Kantaten von Johann Sebastian Bach zu hören war, „Jesus bleibet meine Freude“. Leichtere Klänge bot die „Humoresque“ von Antonín Dvorák und das „Largo al Factotum“ von Gioachino Rossini aus seinem „Barbier von Sevilla“ beendete den ersten Teil des Konzerts. Dort hatte zur Verblüffung des Publikums die Tuba, sonst eigentlich mehr als Begleitinstrument wahrgenommen, mit Krem einen Soloauftritt, der die Zuhörer zu einem Beifallssturm hinriss.

Der zweite Teil des Konzerts begann mit Antonio Vivaldi, seinem „Concerto C-Dur“, dann folgte „Gabriellas Song“ von Stefan Dan Nilsson. Ein Beatles-Medley und zwei romantische Melodien „Over The Rainbow“ von Harold Arlen und „April Showers“ kamen zu Gehör, bevor das Konzert mit der betörend schönen Melodie von „Amazing Grace“ sein Ende fand. Das Ensemble „Classic Brass“ beeindruckte mit großer Musikalität und Virtuosität an den Instrumenten sowie mit beeindruckender Leichtigkeit im Wechsel der verschiedenen Musikstile. Leider konnte die Akustik in der Kirche nicht den Ansprüchen des Gebotenen entsprechen, was aber den Musikgenuss nur unbedeutend beeinflusste. Die Musikakrobaten wurden mit lang anhaltendem und verdientem Beifall entlassen.

 
Text: Gelnhäuser Neue Zeitung vom 03.11.2017